Ätherische Öle und heiliges Salböl

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Was stellt ein “Heiliges Salböl” in der Bibel dar? Es hat nichts mit einem Koch- oder Lampenöl zu tun. Für die frühe christliche Kirche spielte Olivenöl eine wichtige Rolle, besonders in den orientalischen christlichen Riten. Aber sie verwenden selten Olivenöl alleine. Es wurde mit einer duftenden Substanz vermischt. Bis zum dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert verwandelte Heiliges Salböl dem Namen nach in duftenden Balsam. (jüngste Forschungen zeigen, dass Balsam damals als “Balsam von Gilead” bezeichnet war). Gebete wurden über Öl an Gott gerichtet, um das Öl zu weihen, das heißt, so dass der Heilige Geist durch es wirken konnte. Danach hielt man dieses Öl für “Salböl” , “Öl des Gebetes”, “Öl der Gnade”, “Öl der Freude” oder “Myron.” 

Was war im Rezept des Salböls von Moses?

Moses bekam ein Rezept für heiliges Salböl von Gott, das vier Öle enthielt: Myrrhe, Zimt, Cassia und Calamus und sehr geringe Menge Olivenöl. Dadurch konnten Öle auf dem Körper länger halten, weil Aromaöle und ätherische Öle sonst schnell verdunsten wären. Ätherische Öle sind das Lebenselixier einer Pflanze, und viele besitzen antimikrobielle, entspannende oder belebende Eigenschaften. Einige gängige Öle fanden einige Jahrhunderte lang Verwendung: Balsam, Zimt-, Benzoe-, Weihrauch-, Orange, Jasmin-, Moschus-, Ambra-, Civet- und Bergamotteöl.

Christlich-orthodoxes Chrisam

Heiliges Öl (Chrisam) in der orthodoxen Tradition bestand aus reinem Olivenöl, das ein gutes Verhältnis von Wein und von vielen anderen Zutaten- und Gewürzpflanzen aufwies. Sein Duft stand dafür, dass der Christ durch sein Leben göttlichen Wohlgeruch in die Welt hinein verströmen will. Byzantinisches Chrisam wird aus Olivenöl und aus zwischen achtunddreißig und siebenundfünfzig aromatischen Substanzen kombiniert und ist damit eine der komplexesten synergistischen Mischungen, die je ersonnen wurden.

Römisch-katholische Salböle

In der römisch-katholischen Kirche gibt es drei Öle. Das vom Bischof geweihtes heiliges Chrisam wird verwendet, um die Neugetauften, Konfirmanden, die Hände der Priester und die Stirne der Bischöfe bei der Weihe zu salben. Mit diesem Öl wurden auch Kirchen und Altäre geweiht. Katechumenenöl nimmt man für die Vorbereitung der Katechumenen auf ihre Taufe. Krankenöl für die Kranken betont die Aspekte der Schmerzlinderung und Heilung. Die Basis ist reines Olivenöl mit einigem Duft von Balsam oder einem ähnlichen duftenden Öl.

Salbung in der lutherischen Kirche

Das Rezept für das Salböl in der lutherischen Kirche nach der Lutheran Book of Worship (1982) heißt “Olivenöl, dem eine aromatische Zutat wie Zimtöl oder Bergamottöl beigemischt werden darf.”