Hämorrhagische oder komplexe Ovarialzysten

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Die Eierstockzyste ist eine gutartige Geschwulst am Eierstock. Eine Eierstock- bzw. Ovarialzyste ist eine mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt gefüllte Blase mit dünnen Wänden. Sie tritt bei Frauen jeden Alters, am meisten während ihrer fruchtbaren Jahre, auf. Etwa 95% Ovarialzysten sind gutartig und harmlos. Unter den verschiedenen Arten von Ovarialzysten zeichnen sich hämorrhagische Ovarialzysten aus, auch als Blutzyste, hematocysts oder Hämatocelen bekannt. Sie entstehen, wenn ein Blutgefäß in der Wand der Zyste bricht, wodurch das Blut in die Zyste gelangt. Die dünnen Wände der Zyste reißen meistens nicht, sondern geben den flüssigen Inhalt ab, was zum Brennen im gesamten Beckenbereich führt.

Die hämorrhagischen Zysten entstehen in der Regel im Laufe des weiblichen Menstruationszyklus. Oft bilden sie sich zurück, bleiben unentdeckt und verschwinden innerhalb einer oder zwei Menstruationszyklen. Im Allgemeinen lassen sich diese Zysten nicht behandeln. Allerdings, wenn der Arzt der Ansicht ist, es sei ein Hinweis auf eine Endometriose, dann  müssen sie herausoperiert werden. Es gibt drei verschiedene Arten von hämorrhagischen Zysten:

  • Gerissene Ovarialzyste
  • Dermoidzyste
  • Komplexe Ovarialzyste

Komplexe Ovarialzysten
Diese Zysten sind Beutelwucherungen an den Eierstöcken, entweder mit einer festen oder flüssigen Substanz oder beiden. Eine Ultraschallprüfung kann in der Zyste unregelmäßige Komponenten, sogar Haarsträhnen, aufzeigen.  Diese Zysten weisen oft ein „buntes“ Ultraschallbild in ihrem Inneren auf, haben manchmal mehrere bis viele Trennwände (Septen) und sowohl dünnflüssigen als auch dickflüssigen Inhalt (auch das kann man im Ultraschall sehen oder man kann in dieser Flüssigkeit auch feste Anteile erkennen). Das Erscheinungsbild dieser komplexen Zysten ist vielfältig und auf Grund dieser Vielfältigkeit im Fachjargon auch „komplex“ bezeichnet. Wenn die komplexe Ovarialzyste aus der festen Substanz besteht, dann wird es wahrscheinlich ein Tumor, und zwar ein Fibrom, Granulosazelltumor oder Brenner-Tumor sein. Die komplexen Zysten sind selten und gefährlicher als die anderen hämorrhagischen Zysten. Sie können Krebs hervorrufen und sogar tödlich sein, wenn sie nicht behandelt werden.

Ursachen für komplexe Ovarialzysten
Die genaue Ursache der komplexen Ovarialzyste ist nicht bekannt. Mögliche Ursachen der komplexen Ovarialzysten sind:

  • Eierstockkrebs
  • Hormonelles Ungleichgewicht
  • Metastasierter Krebs
  • Genetische Prädisposition
  • Rauchen
  • Frühe Menarche
  • Unfruchtbarkeit
  • Fettleibigkeit

Symptome der komplexen Ovarialzysten
Die Ovarialzyste entwickelt sich im Eierstockgewebe und kann bis zu einer Größe von 12 Zoll oder mehr im Durchmesser wachsen. Da diese Zyste in Größe annimmt, wird der Eierstock verdreht und ruft starke Schmerzen hervor. Die Symptome der großen komplexen Ovarialzysten stehen dabei im Vordergrund, aber die Bauch- und Beckenschmerzen ähneln oft denen der Endometriose und Eileiterschwangerschaft. Die Schmerzen im Beckenbereich können bis in die Oberschenkel und den Bauchbereich ausstrahlen. Bei den komplexen Ovarialzysten werden heftige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr gespürt. Diese Begebenheit kann ebenfalls vor oder nach der Menstruation erscheinen. Einige andere häufige Symptome sind Erbrechen, Übelkeit, Schweregefühl in dem Bauch und der Brust. Bei plötzlichen Bauchschmerzen muss sofort ärztliche Hilfe geholt werden.

Behandlung der komplexen Ovarialzysten
In der Regel verschwinden die Ovarialzysten von selbst während der nächsten zwei oder drei Menstruationszyklen. Wenn die Zysten häufig auftreten, kann der Arzt Verhütungspillen verschreiben. Die Verhütungspillen verringern die Hormone, die das Wachstum von Zysten fördern und die Bildung von größeren Zysten hemmen. Eine einheitliche Methode zur Behandlung der Zysten besteht nicht. Während manche Zysten mit Medikamenten behandelt werden können, müssen andere chirurgisch entfernt werden. Der Arzt kann auch eine manuelle gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine MRT identifiziert hämorrhagische Zysten und Endometriome genauer als eine Beckenultraschallprüfung . Der Ultraschall kann nicht zwischen komplexen Zysten, soliden Tumoren und reifen zystische Teratomen unterscheiden. Ein Bluttest wird für den CA 125 Antigen-Wert durchgeführt. Doch die Produktion vom CA 125-Antigen hat nicht nur mit krebsartigen Zysten einen Zusammenhang, sondern auch mit Adnexitis und Endometriose.

Die hämorrhagische Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Taschen oder Säcke, die innerhalb des Eierstocks oder auf seiner Oberfläche erscheinen. Viele Frauen haben eine falsche Vorstellung, dass die schmerzhaften Zysten krebsartig sind. Nicht alle Typen von Eierstock-Zysten sind bösartig, dennoch kann sich der Zustand verschlimmern, wenn sie nicht behandelt werden.