Infektionen, die Nackenschmerzen verursachen

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Nackenschmerzen hängen oft mit den Muskelverletzungen zusammen. Eine falsche Schlafposition belastet die Nackenmuskulatur und führt somit Nackenschmerzen herbei. Außer der Muskelzerrungen und Verstauchungen ist die Infektion eine weitere mögliche Ursache der Beschwerde.

Erkältung
Erkältung ist in der Regel durch laufende Nase, Atembeschwerden gekennzeichnet und wird durch eine Virusinfektion in den Nasengängen hervorgerufen. Diese Infektionen, die in der Wintersaison sehr verbreitet sind, lösen zugleich Nacken-und Ohrenschmerzen aus.

Meningitis
Die Membranen, die einen Überzug über das Gehirn und Rückenmark bilden, bezeichnet man als Hirnhaut. Die Erkrankung, die die Hirnhaut mit einer bakteriellen oder viralen Infektion betrifft, ist Meningitis. Die Hirnhaut bietet dem Gehirn und dem Rückenmark Schutz, aber wenn sie infiziert ist, treten mittelschwere bis schwere Nacken- und Kopfschmerzen, sowie hohes Fieber auf. Die Bewegungen des Kopfes sind durch steifen Nacken eingeschränkt, was bei den meisten Meningitis-Patienten zu beobachten ist. Eine bakterielle Infektion der Hirnhaut ist weitaus beunruhigender als eine virale. Hirnschäden und Hörverlust sind nur einige der Komplikationen, die Meningitis verschuldet, als der richtige Zeitpunkt für die Behandlung verpasst war.

Halsentzündung
Die Halsentzündung kann auch Nackenschmerzen hervorrufen. Die Halsentzündung beginnt nach dem Kontakt mit Streptokokken-Bakterien und ist normalerweise durch Schluckprobleme gekennzeichnet. Dabei spürt man ein permanentes Kratzen im Hals. Nicht selten klagen die Patienten über Nackenschmerzen, die durch geschwollene Lymphknoten im Nackenbereich hervorgerufen sind. Obwohl die Halsentzündung am häufigsten bei Kindern im Alter von 5 bis 15 anzutreffen ist, kann auch Erwachsene an ihr leiden. Außer der Halsschmerzen unterdrückt die bakterielle Infektion den Appetit und ändert die Geschmackswahrnehmung.

Mononukleose
Dies ist eine Infektion durch den Epstein-Barr-Virus, die ein Gefühl von Müdigkeit bewirkt und wochenlang dauern kann. Außer der endlosen Müdigkeit verursacht der Virus Halsschmerzen und hohes Fieber. Die Mandeln entzünden sich auch, daher schmerzt der Hals im vorderen Bereich. Mononukleose kann Menschen in jedem Alter befallen, ist jedoch ziemlich rar im fortgeschrittenen Alter. Bei Kindern, solange die Infektion nicht in ihrer schweren Form auftritt, sind die Symptome kein Grund zur Besorgnis. Junge Leute mit dieser Virusinfektion beklagen sich häufig über verschiedene lästige Symptome. Das Küssen mit einem infizierten Partner erhöht die Chancen für die Ausbreitung der Infektion, weil der Virus leicht von Mensch zu Mensch durch den Speichel übertragen wird. Niesen oder Husten ist ein anderer Übertragungsweg.

Lymphadenitis
Bei dieser Erkrankung entzünden sich die Lymphknoten in verschiedenen Teilen des Körpers durch eine virale oder bakterielle Infektion, einschließlich des Halses und der Achselhöhlen. Die Lymphknoten sind kleine bohnenförmige Drüsen, die weiße Blutkörperchen speichern. Die weißen Blutkörperchen bekämpfen Infektionen. Sie holen schädliche Mikroben aus der Lymphe heraus und zerstören sie. Trotzdem ist es möglich, dass die Lymphknoten selbst durch Viren oder Bakterien, vor allem durch die Streptokokken-Stämme von Bakterien, infiziert werden. Lymphadenitis kann auch als Folge der verschiedenen Arten von Krebs wie Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom auftreten. Autoimmun-Erkrankungen wie AIDS können Lymphadenitis durch die Entzündung der Lymphknoten bewirken.

Behandlung

Wie schon erwähnt, sind die anhaltende Nackenschmerzen Anzeichen von Infektionen. Daher ist eine richtige Diagnose der erste Schritt in der Behandlung der Steifigkeit im Nacken. Die Halsentzündung, die durch Schluckbeschwerden gekennzeichnet ist, behandelt man mit Antibiotika wie Amoxicillin. Im Falle einer Mononukleose, liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf dem Einsatz von Hausmitteln, wie Gurgeln mit Salzwasser u. ä. Ausreichende Ruhezeiten helfen mit, Müdigkeit und Halsschmerzen bei Mononukleose aufzulösen. Natürlich soll die Behandlung von Meningitis je nach Art der Infektion präzisiert werden. Die virale Meningitis ist eine nicht ernsthafte Erkrankung und wird in der Regel ohne medizinische Behandlung geheilt, während die bakterielle Meningitis verheerende Folgen verursachen kann, wenn man nicht gleich mit der Behandlung angefangen hat. Unter Behandlung von bakterieller Meningitis versteht man intravenöse Injektionen von Antibiotika. Die intravenöse Verabreichung von Medikamenten ist wirkungsvoller bei der Heilung einer Infektion. Die Ärzte verschreiben in der Regel Breitbandspektrumantibiotika, d. h. Medikamente, die eine Vielzahl von Bakterienstämmen zu töten vermögen.

Zum Schluss muss man betonen, dass die durch die Infizierung herbeigeführten Nackensteifigkeit und Schmerzen ohne jegliche Verzögerung behandelt werden müssen, um gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden. Im Gegensatz zu Muskelverletzungen, werden die durch die Infektionen zustande gekommenen Nackenbeschwerden nicht von alleine nachlassen, sondern sich erst recht ohne Behandlung verschlimmern.