Medikamente, die Gicht verursachen

In der Antike war die Gicht als “Krankheit der Könige” oder “Krankheit der reichen Leute” bekannt, aber heute positioniert sie sich manchmal auch als “Königin der Krankheiten”, weil sie eine äußerst schmerzhafte Art von Arthritis präsentiert. An diesen Tagen werden immer mehr junge Erwachsene mit der Gicht diagnostiziert. Die Ursache der Gicht liegt in der Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gewebe um die Gelenke, und das führt zu wiederkehrenden Anfällen von schweren lähmenden Schmerzen und Gelenkentzündungen. Die Ansammlung von überschüssiger Harnsäure (hoher Harnsäurespiegel) fördert die Bildung von Kristallen dieser Säure.

Ursachen und Symptome der Gicht

Die Harnsäure im Körper wird während des Stoffwechsels von Purin gebildet, das aus der Nahrung aufgenommen wird. Sie ist aus dem Körper regelmäßig mit Urin ausgeschwemmt. Die Funktionsstörungen der Nieren (wenn der Körper die Harnsäure nicht ausscheiden kann), die Beeinträchtigung der Stoffwechselfunktionen und hohe Purin-Aufnahme führen zu erhöhtem Harnsäurespiegel. Pilze, Weizenkleie, Fleischwaren, Fisch, Hülsenfrüchte wie Kuhbohnen, weiße Bohnen, Erbsen, Linsen, rote Bohnen, Kichererbsen, Gemüse wie Spinat, Blumenkohl, Spargel sind nur einige Beispiele von purinreichen Nahrungsmitteln. Übermäßiger Konsum von Alkohol und Koffein erhöhen auch den Harnsäurespiegel. Die alkoholischen Getränke oder Koffein sollen von den Gicht-Kranken vermieden werden.

Die Gicht betrifft vor allem die Beine oder Füße, in der Regel sie beide zu gleicher Zeit. Plötzliches Auftreten von Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken an den Knöcheln, Knien, Handgelenken, Fingern und Ellbogen ist das Hauptsymptom der Gicht. Gerötete Haut an den betroffenen Gelenken, ihre erhöhte Wärmeabgabe, Empfindlichkeit, Beweglichkeitseinschränkung der Gelenke und starke Schmerzen während des Anfalls sind übliche Symptome. Der Schmerz kann mehrere Stunden oder Tage anhalten.

Medikamente, die Gicht verursachen

  • Diuretika, die für andere Krankheiten wie Bluthochdruck und Herzkrankheiten verschrieben sind, enthalten Hydrochlorothiazid, Furosemid und Metolazon.
  • Immunsuppressive Medikamente (Arzneimittel zur Behandlung der Autoimmunerkrankungen oder zum Unterbinden der Abstoßung von transplantierten Organen und Geweben) wie Ciclosporin und Tacrolimus.
  • Cyclosporin in Kombination mit Hydrochlorothiazid. Dieses Medikament unterdrückt das Immunsystem des Körpers.
  • Levodopa oder Laradopa, ein Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer degenerativen Erkrankungen.
  • Antiuricosurics wie Ethambutol oder Pyrazinamid, die zur Behandlung von Tuberkulose vorgesehen sind, können die Entfernung der Harnsäure aus dem Blut durch die Nieren erschweren.
  • Übermäßige Einnahme der rezeptfreien Medikamente wie Niacin (Vitamin B) oder Ascorbinsäure (Vitamin C).
  • Verschreibungspflichtige Medikamente wie Theophyllin (zur Behandlung von Asthma), Methyldopa (zur Senkung des Blutdrucks) und Cisplatin (wird in der Krebstherapie verwendet) werden auch als Auslöser von Gicht angesehen.
  • Experten nehmen an, dass übermäßiger Konsum bestimmter Medikamente wie Pyrazinamid, Lotrel, Maxzide, Nadide, Ethacrynsäure, Dyazide etc. für Gichtanfälle verantwortlich ist, was jedoch noch nicht nachgewiesen ist.
  • Aspirin (Acetylsalicylsäure) und andere Analgetika enthalten Salicylsäure, die die Funktion der Nieren beeinträchtigt und somit die Ausscheidung der Harnsäure aus dem Körper erschweren kann. Deshalb ist eine übermäßige Einnahme dieser Medikamente gesundheitsschädlich, vor allem für die Gicht-Kranken.
  • Antibiotika zerstören freundliche Bakterien (Probiotika) im Darm während der Abtötung der pathogenen Bakterien. Gemeinsam mit den Nieren spielt der Darm auch eine wichtige Rolle bei der Ausscheidung von Harnsäure. Aber die Zerstörung von Probiotika erschwert diesen Prozess erheblich. Das kann zu erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut führen. So sollten Antibiotika, die Gicht verursachen, nur im Notwendigkeitsfall eingenommen werden.