Symptome und Behandlung der Molenschwangerschaft (Blasenmole)

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Die Blasenmole ist eine seltene Komplikation in der Schwangerschaft. Zu einer Blasenmole kommt es, wenn bei der Befruchtung der Eizelle ein Fehler geschehen ist. Als Folge dieses Fehlers setzt ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen ein, die zur Plazenta heranwachsen sollen. Diese Zellen, die die Plazenta bilden, bezeichnet man als Trophoblasten. Die Zellen, die den Embryo bilden, nennt man Embryoblasten. Es gibt zwei Arten von molarer Schwangerschaft, eine vollständige und eine partielle. Bei einer vollständigen Blasenmole enthält die befruchtete Eizelle keine mütterlichen Chromosomen und die Chromosomen des Vaters aus dem Spermium werden verdoppelt, so dass am Ende exakt der gleiche Chromosomensatz des Vaters doppelt vorhanden ist, aber der mütterliche Satz komplett fehlt. In diesem Fall bildet sich kein Embryoblast, d. h., es wird kein Embryo wachsen und auch keine Fruchthöhle entstehen. Stattdessen bildet der Trophoblast, der eigentlich die Plazenta bauen sollte, eine Zellwucherung in der Gebärmutterhöhle mit der Ausbildung von vielen kleinen Bläschen, sogenannten Zysten, die wie eine Ansammlung von Trauben aussehen. Die Zysten kann man bei einer Ultraschalluntersuchung sehen.
Bei den meisten partiellen Blasenmolen hat die befruchtete Eizelle die üblichen 23 Chromosomen von der Mutter, aber die doppelte Zahl von väterlichen Chromosomen – also 92 Chromosomen statt 46. Das kann geschehen, wenn die Chromosomen des Spermiums kopiert werden oder wenn zwei Spermien dieselbe Eizelle befruchten. Die möglichen Ursachen für die Molenschwangerschaft sind Defekte im Ei, Anomalien innerhalb der Gebärmutter oder eine Diät mit wenig Protein, Vitamin-A  und Fett.

Symptome

Die Molenschwangerschaft zeigt die dem ersten Trimenon ähnlichen Anzeichen der normalen Schwangerschaft wie ausgebliebene Monatsblutung, Brustspannen, Übelkeit, Müdigkeit und häufiges Wasserlassen auf. Es fügen sich auch weitere Symptome der Molenschwangerschaft hinzu:

  • Abnormes Wachstum der Gebärmutter.
  • Schwere Übelkeit und Erbrechen.
  • Vaginaler Ausfluss mit Gewebepartikeln.
  • Vaginale Blutungen in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft.
  • Becken-Beschwerden.
  • Anzeichen der Hyperthyreose wie erhöhte Herzfrequenz, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Hitzeintoleranz, Schwitzen, Reizbarkeit, Angst und Vergrößerung der Schilddrüse.
  • Weicher Stuhl.
  • Zitternde Hände.
  • Hoher Blutdruck.
  • Schwellungen an den Füßen, Knöcheln oder Beinen.
  • Symptome wie bei einer Präeklampsie, die während des ersten Trimesters auftritt. Die Präeklampsie ist ein wichtiges Zeichen der Blasenmole, weil sie nur selten bei einer normalen Schwangerschaft vorkommt.

Diagnose und Behandlung
Die Molenschwangerschaft kann mit einer frühen Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden. Die gynäkologische Untersuchung (eine Blutuntersuchung des Schwangerschaftshormons hCG) und die Beckenultraschallprüfung können nachweisen, ob die Molenschwangerschaft vorliegt. Wenn eine Abtreibung bereits vorgenommen war, kann der Pathologe einen Test machen, um genau festzustellen, ob es eine partielle Blasenmole war. Die Gewebeproben der Fehlgeburt werden an ein Labor zur Analyse geschickt.
Die Behandlung der Molenschwangerschaft beinhaltet die Entfernung aller Zellen der Blasenmole aus der Gebärmutter. Die Patientin soll regelmäßig auf die hCG Blutwerte untersucht werden, um die Zeichen des endlosen Zellwachstums (Trophoblasterkrankungen) in der Gebärmutter zu erkennen. Diese Tests werden in regelmäßigen Abständen im Zeitraum von 6 bis 12 Monaten durchgeführt. Bei dem Verdacht auf die Molenschwangerschaft kann eine Saugkürettage (D und C) vorgenommen werden. Die Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) kann man als eine Option für ältere Frauen in Betracht ziehen. Die Frau mit der Molenschwangerschaft kann auch eine gutartige oder eine nicht krebsartige große Ovarialzyste haben. Manchmal gehen die Trophoblasterkrankungen in den trophoblastischen Krebs über, der mit der Chemotheraphy geheilt werden kann. In seltenen Fällen, wenn der Krebs sich auf andere Teile des Körpers ausbreitet, verwendet man aggressive Chemotherapie. Die Frau erhält die Fähigkeit, auch nach der Behandlung schwanger zu werden.

Die molaren Schwangerschaften treten häufiger bei älteren Frauen auf, insbesondere nach dem 35. Lebensjahr. Es passiert öfters nach der Fehlgeburt, einer ektopischen (im Eileiter) Schwangerschaft und manchmal sogar nach einer normalen Entbindung vor.