Seltene psychische Störungen

Liste der seltenen psychischen Störungen

Die folgende Liste der seltenen psychischen Störungen hat in keiner bestimmten Reihenfolge aufgestellt.

Triskaidekaphobie
Triskaidekaphobie ist eine extrem seltene psychische Störung. Man kann sie als Angst vor der Zahl “13” definieren. Diese Zahl wird üblicherweise mit Unglück in der westlichen Kultur verbunden und ist mit “Freitag der 13.” assoziiert (ein anderer Name Friggatriskaidekaphobia). Allerdings entstand dieser Aberglauben aus der Tatsache, dass 13 Personen am Letzten Abendmahl mit Jesu Christi teilnahmen.

Reaktive Bindungsstörung
Dieses psychologische Problem ist zwar eine seltene Störung, stellt aber ein ernstes Problem für den Betroffenen dar. Sie äußert sich darin, dass die Säuglinge und Kleinkinder nicht in der Lage sind, eine gesunde Beziehung zu ihren Eltern oder Betreuern aufbauen zu können. Chronisch emotional vernachlässigte Kinder verlieren das Gefühl für eine gesunde Bindung zu ihren Bezugspersonen, bzw. sind ihnen diese von vornherein fremd.

Stendhal-Syndrom
Als Stendhal-Syndrom werden gewisse psychosomatische Störungen bezeichnet, wenn diese im zeitlichen Zusammenhang mit einer kulturellen Reizüberflutung auftreten. Es führt unter anderem zu Panikattacken, Herzrasen, Schwindel, Ohnmacht und sogar zu Halluzinationen.

Stockholm-Syndrom
Unter dem StockholmSyndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem die Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert. Die Opfer empfinden keinen Hass oder Rachegedanken gegenüber den Tätern. Die gleiche Störung haben auch Menschen, die Opfer von Vergewaltigung, Gewalt in der Familie oder Kindesmissbrauch wurden.

Lima-Syndrom
Das Lima-Syndrom ist eine weitere seltene psychische Störung, die sich durch die Induktion der Verhaltensmerkmale äußert, die denen von Stockholm-Syndrom entgegengesetzt sind. Hier entwickelt der Geiselnehmer ein Gefühl der Sympathie und Anhänglichkeit gegenüber seinen Opfern.

Capgras-Syndrom 
Das Capgras-Syndrom ist ein sehr seltenes Syndrom, bei dem der Betroffene glaubt, Die nahestehenden Personen seien durch identisch aussehende Doppelgänger ersetzt worden.

Cotard-Syndrom 
Das Cotard-Syndrom,  auch nihilistischer Wahn oder englisch Walking Corpse Syndrome, bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem die betroffene Person irrtümlich davon überzeugt ist, dass sie tot sei, nicht existiere, glaube zu verwesen oder ihr Blut sowie innere Organe verloren zu haben.

Münchhausen-Syndrom
Diese Störung ist mit einem obsessiven Verlangen, Sympathie und Besorgnis von den anderen zu gewinnen, gekennzeichnet. Die Patienten simulieren Symptome und Krankheiten, über die sie erstaunlich gut Bescheid wissen. Sie manipulieren Temperaturmessungen und Laborergebnisse und benutzen vielfältige Tricks, um Ärzte von ihrer Krankheit zu überzeugen.
Parasomnie
Dieses Syndrom, welches von Experten als rein psychologisches Phänomen betrachtet wird, führt dazu, dass man durch die Wahrnehmung eines plötzlichen lauten Geräusches aus dem Schlaf gerissen wird. Manchmal geht diese Empfindung auch mit dem Gefühl einer “Explosion im Kopf” einher (daher auch die Bezeichnung dieses Syndroms). Was dieses Phänomen so seltsam macht, ist, dass die wahrgenommenen Empfindungen alle nur “intern”, also im Kopf der Betroffen stattfinden, ohne dass irgendwelche äußerlich beobachtbaren Veränderung vorkommen.

Alice im Wunderland-Syndrom (AIWS)
Als Alice-im-Wunderland-Syndrom wird eine seltene psychiatrische Symptomgruppe, bestehend aus Derealisation, Depersonalisation, Spaltung von Körper und Psyche, Wahrnehmungsveränderungen (Metamorphopsie), Schwebegefühlen, Körperschemastörungen und Veränderungen des Zeitgefühls, bezeichnet. Der Begriff wurde vom britischen Psychiater John Todd im Jahre 1955 in Anlehnung an das Buch “Alice’s Adventures in Wonderland” von Lewis Caroll eingeführt. Bei dieser Störung ist ein verzerrtes Bild der lebenden und nicht lebenden Objekte wahrgenommen. Menschen, Tiere oder andere Objekte erscheinen kleiner als sie in Wirklichkeit sind.

Reduplikative Paramnesie
Paramnesie bezeichnet eine Gedächtnisstörung, bei der die betroffene Person Erinnerungen an Ereignisse hat, die nicht stattgefunden haben. Eine Person aufgrund ihres gestörten Sinnes für die Vertrautheit ist davon überzeugt, dass eine Person, ein Ort oder ein Objekt doppelt existiere. Dieses mentale Problem ist selten, und die Experten glauben, dass eine erworbene Hirnschädigung ein wichtiger Faktor für seine Entwicklung ist.