Verschiedene Arten von Knochenbrüchen

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Das Skelett ist eines der wichtigsten Systeme des menschlichen Körpers. Es bietet ihm stabile Rahmenbedingungen, gibt ihm Kraft und Form. Die Hauptkomponente des Skelettsystems sind Knochen. Der menschliche Körper hat insgesamt 206 Knochen.

Unsere Knochen sind sehr stabil und belastbar. Bei vielen alltäglichen Aktivitäten wird eine Menge Belastung auf verschiedene Knochen des Körpers ausgeübt. Trotz seiner Festigkeit ist ein Knochen für Verletzungen anfällig, die in Form eines Knochenbruchs zugefügt werden. Ein Knochenbruch wird medizinisch als Verlust der Kontinuität des Knochens definiert. Die Kontinuität der Knochen geht wegen eines geringen oder großen Knochenbruchs verloren. Ein Knochenbruch kommt normalerweise zustande, wenn der Knochen überlastet ist.

Da fragt man sich – Überlastung… wie viel ist das eigentlich? Doch auf diese Frage existiert keine eindeutige Antwort. Unterschiedliche Knochen im Körper haben unterschiedliche Belastungsgrenzen. Jeder Knochen hat seinen eigenen Schwellenwert der Bruchfestigkeit. Wenn die Belastung auf einen Knochen den Schwellenwert überschreitet, kommt es zu einem Bruch.

Faktoren der Knochenbrüche

  • Alter: Alte Menschen sind für Knochenbrüche anfälliger, weil ihre Knochen spröde sind; Die Kinder leiden selten unter Frakturen, weil ihre Knochen noch flexibel sind.
  • Gesundheit: Die Ernährungsgewohnheiten haben großen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Knochen, und dadurch können Sie Ihre Knochen mehr oder weniger für Knochenbrüche anfällig machen.
  • Beruf: Sportler sind anfälliger als Menschen mit sitzender Tätigkeit.
  • Welche Knochen: Die unterschiedlichen Knochen im Körper haben unterschiedlichen Belastungswiderstand und somit unterschiedliche Bruchfestigkeit.
  • Charakter der Einwirkungen: Größe und Richtung der Belastung, der ein Knochen unterzogen wird.

All diese Faktoren beeinflussen die Schwere (leicht oder akut), sowie die Art der Fraktur.

Arten der Knochenbrüche
~ Ordentliche und pathologische Frakturen ~

In der Regel erleiden Menschen einen Knochenbruch im Zusammenhang mit einer Aktivität, die die Knochen übermäßigem Druck, unangemessener Belastung oder starkem Stoß aussetzt, z. B. ein Sturz, ein Autounfall usw. Jeder normale Mensch mit durchschnittlichem Gesundheitszustand und Körperkonstitution ist für so eine Fraktur anfällig. Die oben genannten Faktoren wie Alter, Beruf, Identität des Knochens und Art der Einwirkungen spielen in dieser Angelegenheit eine große Rolle.

Bestimmte medizinischen Erkrankungen wie Osteopenie, Osteoporose, Krebserkrankungen des Knochenmarks, Knochenzyste oder geerbte Knochenkrankheiten usw. schwächen die Knochen dermaßen ab, dass eine übliche Krafteinwirkung zu einem Knochenbruch führen kann. Diese Frakturen unterscheiden sich von normalen Frakturen in dem Sinne, dass die Einwirkungen bei der Entstehung der Fraktur eher üblich als intensiv sind. Man bezeichnet sie als pathologische Frakturen.

~ Klassifizierung der Knochenbrüche ~

Die meist verbreitete Klassifizierung von Knochenbrüchen beruht auf den Merkmalen einer Fraktur und ist als orthopädische Klassifizierung bekannt. Hier ist eine Liste von Knochenbrüchen nach der orthopädischen Klassifizierung.

  • Offene Fraktur: Die offene Fraktur ist ein Knochenbruch, bei dem die über dem Knochen liegenden Weichteile durchtrennt sind. Sie ist wegen der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Infizierung gefährlich.
  • Geschlossene Fraktur: Auch einfache Fraktur genannt. Das ist ein geschlossener Knochenbruch, bei dem der Knochen gebrochen ist, aber die Haut intakt bleibt.
  • Vollständige Fraktur: Die beiden Teile des Knochens sind durch die Fraktur völlig voneinander getrennt.
  • Unvollständige Fraktur: Dabei besteht noch eine Verbindung der Frakturenden.
  • Multi-fragmentarische Fraktur: Der Knochen ist nach Knochenbruch in mehrere Fragmente geteilt.
  • Kompressionsfraktur: Die Kompressionsfraktur ist eine geschlossene Fraktur, die durch die Stauchung eines Knochens in der Längsachse ausgelöst wird und wenn zwei oder mehrere Knochen gegeneinander gepresst sind. Sehr oft ist es der Fall an der Wirbelsäule und kann durch Fallen aus der Steh- oder Sitzposition oder durch fortgeschrittene Osteoporose verursacht werden.
  • Abrissfraktur: Die Abrissfraktur ist eine geschlossene Fraktur, bei der ein im Knochen verankertes Knochenfragment durch den starken Zug aus dem Knochen herausgerissen wird, z. B. durch die plötzliche, kräftige Kontraktion eines Muskels. Diese Art der Fraktur ist häufig bei Sportlern zu verzeichnen und kann auftreten, wenn die Muskeln vor der Aktivität nicht richtig gestreckt waren. Diese Fraktur kann auch wegen einer Verletzung vorkommen.
  • Beeinflusste Fraktur: Diese Fraktur ist mit einer Kompressionsfraktur vergleichbar und geschieht innerhalb des gleichen beschädigten Knochens. Das ist eine geschlossene Fraktur, wenn aber der Druck an beiden Enden des Knochens angelegt wird, trennen sich zwei Fragmente voneinander. Diese Art der Fraktur ist bei Autounfällen und Stürzen häufig.
  • Stressfraktur: Das ist eine allgemeine Übernutzungsverletzung. Sie kommt am häufigsten bei Athleten vor, die auf harten Oberflächen laufen und springen wie Läufer und Basketballspieler, auch Balletttänzer.
  • Lineare Fraktur: Dabei erfolgt der Knochenbruch parallel zu der Längsachse des Knochens.
  • Querfraktur: Der Knochenbruch geschieht im rechten Winkel zur Längsachse des Knochens.
  • Schrägfraktur: In dieser Fraktur verläuft der Knochenbruch schräg zur Längsachse des Knochens.
  • Spiralfraktur: Hier ist mindestens ein Teil des Knochens verdreht.
  • Trümmerbruch: Der Knochen ist in mehrere Fragmente gebrochen.
  • Verdichtete Fraktur: Die Knochenfragmente sind ineinander verkeilt. Die Knochenbrüche sind auch anatomisch klassifiziert, d. h., aufgrund der Lage eines Knochens im menschlichen Körper, was als anatomische Klassifizierung bekannt ist. Danach sind  die Frakturen folgenderweise identifiziert:
  • Schädelbruch
  • Wirbelfraktur
  • Rippenfraktur
  • Sternumfrakturen
  • Schulter-Fraktur
  • Arm-Fraktur
  • Hand-Fraktur
  • Beckenfraktur
  • Femurfraktur (Fraktur des Oberschenkelknochens; ist auch beispielsweise als Hüftfraktur bekannt)
  • Patellafraktur
  • Crus Fraktur (Bruch der Tibia und / oder Fibula Knochen, d. h. Unterschenkel)
  • Fuß-Bruch

Neben den beiden Systemen der Klassifizierung der Knochenbrüche existieren auch viele andere, wie zum Beispiel OTA-Klassifikation, Dennis Klassifizierung, Neer Klassifizierung etc., die jedoch weniger angewandt und auch oft verwirrend sind. Aus diesem Grund haben wir sie hier nicht erörtert. Die Wahl und Dauer der Behandlung hängt von Art des Knochenbruches ab. Für jeden Fall gilt eine Faustregel: dem gebrochenen Knochen vollständige Ruhe geben und ihn von jeder Art der Belastungen fernhalten.